UW-Fotoshooting – eine sehr gute Schwimmerin soll in Meerjungfraukostüm in 3m
posieren…
UW-Fotoshooting – eine sehr gute Schwimmerin soll in Meerjungfraukostüm in 3m
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Im Rahmen der PADI Rescue Ausbildung, absolvierte der Taucher einige Übungen wie man einen bewusstlosen Taucher an die Oberfläche bringt.
Im Rahmen der PADI Rescue Ausbildung, absolvierte der Taucher einige Übungen wie man einen bewusstlosen Taucher an die Oberfläche bringt.
ca. 30 min nach dem Tauchgang Auftreten von starken Schwindel, Gangunsicherheit und Übelkeit mit Erbrechen…
ca. 30 min nach dem Tauchgang Auftreten von starken Schwindel, Gangunsicherheit und Übelkeit mit Erbrechen…
Hat vor dem Nachmittagstauchgang am Neujahrstag 3 starke Kaffees getrunken, um Hangover zu bekämpfen und war tauchen gegangen…
Hat vor dem Nachmittagstauchgang am Neujahrstag 3 starke Kaffees getrunken, um Hangover zu bekämpfen und war tauchen gegangen…
Es ereignete sich im Roten Meer bei guter Sicht und wenig Strömung…
Es ereignete sich im Roten Meer bei guter Sicht und wenig Strömung…
Veröffentlicht: 7 März 2021
Alter: 54a
Geschlecht: weiblich
Brevet: PADI DM, >1000 TG, erfahrene Taucherin
Zeit: 16:00, November,
Gewässer: Rotes Meer, gute Sicht, wenig Strömung, 26°C Wassertemperatur
Anamnese: keine relevanten Vorerkrankungen, topfit, gute Hydratation, keine Medikamente, keine Drogen, kein Alkohol
Atemgas: NITROX 32/68, 12 Liter Stahlflasche, INT Anschluss
Tauchgang: Safariboot 4. Tag, 3. Tauchgang des Tages, max. Tiefe 21 m, Nullzeit-TG Taucherin schloß sich zum Fotografieren als Dritte einer 2er Buddygruppe an.
Buddie(s): Buddies mit ca 250 TG, ebenfalls NITROX 32/68, beide 15 Liter Flaschen
Ausrüstung: eigene Ausrüstungen, jeweils mit zwei 2. Stufen
TÖDLICHER Tauchunfall:
Auffindung:
Vermutlicher Unfallhergang:
NICHT tödlicher Tauchunfall:
Unfallhergang: Taucherin blieb zurück, um zu fotografieren – plötzlich Riss des O-Rings der 1. Stufe (INT-Anschluss) und vollständiges Abblasen des Atemgases binnen kurzer Zeit. Taucherin konnte nur mit Mühe die Buddies erreichen, die sofort mit alternativer Luftversorgung aushalfen und die Taucherin kontrolliert zur Oberfläche begleiteten..
Vermutliche Ursache?: O-Ring war gegen Ende des TG gerissen – Fotografin zeigte ihren Buddies nicht an, dass sie zurückbleiben wird, um zu fotografieren. Buddies schwammen weiter und schauten nicht mehr zurück.
THERAPIE
Erste Hilfe: alternative Luftversorgung
Weitere Therapie: keine
Tauchmedizinische Diagnosen: keine
Unfallfolgen: keine
Bemerkungen: Schiff musste außerdem Anker lichten und auf anderer Seite des Riffes neuerlich ankern. Dadurch war sehr lange Strecke über das Riff am Ende noch zu schwimmen. Konnte aber dann mit Schnorcheln an der Oberfläche und Aufblasen des BDC bewältigt werden.
Kommentar der ÖGUHM:
Taucher, die fotografieren, schwimmen oft viel langsamer als eine Gruppe. Es wäre daher wichtig schon VOR dem TG einen Buddy zu suchen, der ebenfalls fotografiert oder der strikt in der Nähe mit Auge auf den Fotografierenden taucht. In der Nullzeit zu bleiben erlaubt jedenfalls bei Problemen sofort kontrolliert auftauchen zu können.
O-Ringe platzen meist schon beim Luftcheck VOR dem TG, aber wie man sieht, kann das auch später passieren. O-Ringplatzer passieren eher bei INT Anschlüssen, zb. duch leichtes Verkanten beim Anschrauben an die erste Stufe. Wechsel auf DIN Anschluss könnte das Risiko mindern.
Bei jedem TG vom Schiff aus daran denken, dass man eventuell eine weitere Strecke am Ende des TG zurückschwimmen muss, weil das Schiff seinen Standort wechseln musste. Daher IMMER Schnorchel dabei haben. Gute Fitness hilft bei unvorhergesehenen Problemen
Veröffentlicht: 20 April 2021
Alter: 56
Geschlecht: männlich
Brevet: unbekannt
Zeit: Sylvester/ Neujahr
Gewässer: Malediven
Anamnese: sehr fitter, ehemaliger Leistungssportler
Atemgas: NITROX 32/68
Tauchgang: Nachmittagstauchgang als erster des Tages, einige TG an den Tagen davor, alles Nullzeittauchgänge lt. Patient alle Regeln eingehalten.
Buddie(s): Gattin
Ausrüstung: 12 Liter Tank, Shorty
TÖDLICHER Tauchunfall:
Auffindung:
Vermutlicher Unfallhergang:
NICHT tödlicher Tauchunfall:
Unfallhergang:
Banale Ursache – Schlimme Folgen Hat vor dem Nachmittagstauchgang am Neujahrstag 3 starke Kaffees getrunken, um Hangover zu bekämpfen und war tauchen gegangen. Laut Taucher sonst keine Flüssigkeitseinnahme!
Vermutliche Ursache?:
DEHYDRATATION nach zu viel Alkohol am Vortag und Kaffeeekonsumation vor dem TG.
THERAPIE
Erste Hilfe:
Normobarer Sauerstoff bis zum Eintreffen in der DK nach ca. 3 Std.
Weitere Therapie:
Dort bei Aufnahme Paraplegie bd unterer Extremitäten mit Blasen- und Mastdarmstörung. Versorgung mit Blasenkatheter –
2 x DK Therapie USN T6 + ext, Ringer-Lactat Infusionen – anschließend täglich HBO Wundschema, insgesamt 14 Behandlungen bis Repatriierung
Tauchmedizinische Diagnosen:
DCS II, Spinale DCS mit Paraplegie, Blasen- und Mastdarmstörung.
Unfallfolgen:
langsame Besserung der Paraplegie und Mastdarmstörung, Blasenstörung besserte sich, jedoch Restharnbildung bestand weiter, Selbstkatheterismus zur Blasenentleerung war notwendig. Patient erhielt Physiotherapie und war nach Wochen wieder in der Lage selbständig zu gehen.
Bemerkungen:
3 Monate nach Rückkehr bekam Pat. plötzlich hohes Fieber und „Ausschläge an den Beinen – Im Spital wurde „Vasculitis“ festgestellt, in weiteren Untersuchungen wurde als Ursache des hohen Fiebers eine Endocarditis (= Entzündung der Herzklappe) mit dem Blasenkeim! (E. coli) und Zerstörung der Mitralklappe festgestellt. Klappenersatz wurde notwendig. Sehr lange Rekonvaleszenz. Hat nie mehr getaucht.
Kommentar der ÖGUHM:
Dieser Tauchunfall mit seinen tragischen Folgen, zeigt, dass man nur vollfit, ausgeruht und gut hydriert tauchen gehen soll. Wenn man den Angaben des Tauchers vertrauen darf, so wurden von Seiten des Tauchers die Regeln eingehalten (Nullzeittauchgang, langsamer Aufstieg, Safety Stop)
Als wahrscheinlichste Ursache lässt sich eine DEHYDRATATION, verursacht durch erhöhten Alkoholkonsum in der Nacht davor und anschließendem Kaffeekonsum, der wiederum dehydrierend wirkt, festmachen. Fehlende adäquate Flüssigkeitszufuhr vor dem TG. Tragisch sind die Unfallfolgen durch die Blasenstörung, die schlussendlich zur Endocarditis mit Zerstörung der Mitralklappe führte.
Veröffentlicht: 14 Mai 2021
Alter: 40
Geschlecht: Männlich
Brevet: zum Zeitpunkt des Tauchunfalles – Intro to Tech TDI / Beginn Tauchkarriere Mai 2015 / 315 TG Gesamt / pro Jahr im Schnitt 60 TGs / 28 TG letzte 3 Mon.
Zeit: 23.05.2020 / ca. 18 Uhr / Frühling / bewölkt & windig / Luft Temp. 22 Grad
Gewässer: See, Sicht 4 – 8 m / Wasser Temp. 10 Grad
Anamnese: keine frühere Tauchzwischenfälle – wenig geschlafen die ganze Woche – kaum Anstrengung da Sidemount – leicht dehydriert – keine Medikamente, Drogen, Nichtraucher – nach dem TG ein Bier
Atemgas: Luft
Tauchgang: 6 Tauchgänge innerhalb 4 Tage Letzter TG 86 min max. 21 m – Grundzeit 35 min auf ca. 20 m
Buddie(s): 280 TG / CMAS **
Ausrüstung: Eigene Ausrüstung – Sidemount – Ausrüstung Neu
TÖDLICHER Tauchunfall:
Auffindung:
Vermutlicher Unfallhergang:
NICHT tödlicher Tauchunfall:
Unfallhergang: ca. 30 min nach dem Tauchgang auftreten von starken Schwindel, Gangunsicherheit und Übelkeit mit Erbrechen
Vermutliche Ursache?:
THERAPIE
Erste Hilfe: leider kein Sauerstoff verabreicht, da selber nicht als Tauchunfall erkannt, sondern als Schwächeanfall abgetan
Weitere Therapie: 8x Hyperbare Sauerstofftherapien & Kortisontherapie mit Solu Dacortin 250 mg über 3 Tage
Tauchmedizinische Diagnosen: susp. Dekompressions-assoziierte Innenohrproblematik – Vestibularisausfall rechts- taucherisch relevanter Rechts Links Shunt bei persistierender Foramen ovale.
Unfallfolgen: 1 Woche Krankenstand – auf Dauer keine körperliche Einschränkung
Kommentar der ÖGUHM:
Der Dekompressionsunfall mit Innenohr DCS rechts ist ursächlich mit den doch sehr langen letzten beiden TG mit Pressluft zu erklären, wodurch es zu einer hohen N2 Belastung kam (siehe TG Profile im Anhang). Höchstwahrscheinlich spielte aber auch das PFO eine Rolle. Taucher mit attestiertem PFO sollten sog. „Low Bubble Diving“ (LBD) praktizieren (Richtlinien dazu unter www.suhms.org), was auch heißt von Dekotauchgängen Abstand zu nehmen und nicht mit Pressluft zu tauchen, sondern NITROX mit möglichst hohem O2 zu verwenden, um die N2 Blasenbildung möglichst klein zu halten.
Zur Verwendung von 100% O2 als Dekogas nach entsprechend tiefen TG liegen keinerlei Studien vor. Die bereits gebildeten N2 Blasen könnten trotzdem in 6m Tiefe über das PFO wiederum eine DCI (DCS oder AGE) auslösen, mit möglicherweise schwerwiegenderen Folgen. CCR mit flexiblem Gemisch und best mix bei pO2 1,3-1,4 und Safety Stop ab 6m mit 100% O2 wäre eine bessere Option und natürlich könnte man mit CCR auch mit Heliox bzw. Trimix tauchen und damit das Risiko stark minimieren.
Ultima ratio, falls unbedingter Wunsch zum Tec Diving besteht (Taucher absolvierte ein Intro zum Tec Diver), aber mit einem gewissen Risiko verbunden, ist das Verschließen des PFO mit einem Occluder (Schirmchen). Aus der Sicht der Tauchmedizin wäre es aber am Vernünftigsten bei attestierten PFO und bereits stattgehabtem Tauchunfall, der noch einmal glimpflich ausgegangen ist, vom Tec Diving Abstand zu nehmen und alle Regeln des „Low Bubble Diving“ zu praktizieren.
Veröffentlicht: 13 September 2021
Alter: 30
Geschlecht: männlich
Brevet: AOWD
Zeit: Mitte Juni
Gewässer: Meer
Anamnese: keine relevanten Vorerkrankungen
Atemgas: Pressluft
Tauchgang: Im Rahmen der PADI Rescue Ausbildung absolvierte der Taucher einige Übungen, wie man einen bewusstlosen Taucher an die Oberfläche bringt. Kurz vor dem Unfall „spielte“ er selbst den bewusstlosen Taucher.
Bei der Rescue-Übung Abschleppen eines verunfallten Tauchers im Anschluss verspürte der Taucher plötzlich starke Atemnot und Rasseln in der Brust. Einige Tage lang Husten und blutiger Auswurf. Suchte deswegen nach einigen Tagen wieder in der Heimat ein Krankenhaus auf.
Buddie(s):
Ausrüstung:
TÖDLICHER Tauchunfall:
Auffindung:
Vermutlicher Unfallhergang:
NICHT tödlicher Tauchunfall:
Unfallhergang: s.o.
Vermutliche Ursache?: Entweder Barotrauma der Lunge durch mehrere Aufstiegsübungen hintereinander oder „Lungenödem des Tauchers“ nach anstrengender Abschleppübung
THERAPIE
Erste Hilfe: Abbruch der Rettungsübung und Ruhepause
Weitere Therapie: Keine spezifische im Heimatkrankenhaus, nur Diagnostik
Tauchmedizinische Diagnosen: Diagnostik: BGA normal,
HR-CT: keine zentrale oder periphere Lungenembolie, kein Pneumothorax. In beiden Lungenflügeln symmetrische milchglasartige Infiltrate, insbesondere im OL bds und milchglasartige Opazitäten im re ML und UL bds, DD: Lungenödem nach Anstrengung – Barotrauma der Lunge? Echokardiographie unauffällig, keine Hypertonie Unfallfolgen:: keine bleibenden Schäden – Kontroll HR-CT ob., Lungenfunktion ob.
Kommentar der ÖGUHM:
In beiden Lungenflügeln symmetrische milchglasartige Infiltrate, insbesondere im OL bds und milchglasartige Opazitäten im re ML und UL bds … “
Die Veränderungen waren offenbar diffus, was sehr gut für ein Lungenödem passen würde.
Bei einem Barotrauma erwarte ich im CT einen Pneumothorax oder allenfalls Areale mit erhöhter Strahlentransparenz, die jedenfalls nicht als GGO (ground glass opacity) beschrieben werden würden. GGOs haben eine verminderte Strahlentransparenz. Die Klinik beschreibt eher ein Lungenödem:
„… Bei der Rescue-Übung Abschleppen eines verunfallten Tauchers im Anschluss verspürte der Taucher plötzlich starke Atemnot und Rasseln in der Brust. Einige Tage lang Husten…“
blutigen Auswurf finde ich allerdings weniger charakteristisch.
ABER:„..suchte nach einigen Tagen wieder in der Heimat ein Krankenhaus auf …“ Einige Tage später kommt es zu Reparaturmechanismen, die auch bei einem Barotrauma als GGO beschrieben werden würden.
Veröffentlicht: 13 Dezember 2021
Alter: 26
Geschlecht: weiblich
Brevet: keines
Zeit: Herbst 2021
Gewässer: Tauchbecken
Anamnese: UW-Fotoshooting – eine sehr gute Schwimmerin soll in Meerjungfraukostüm in 3m posieren. Niemand hat ihr den Druckausgleich erklärt – wird mit Bleigürtel 3kg beschwert.
Atemgas: Apnoe
Tauchgang: Apnoe
Buddie(s): Tauchlehrer **, >500 TG
Ausrüstung: Badekleidung
NICHT tödlicher Tauchunfall:
Unfallhergang: Beim Abtauchen stechen beide Ohren – macht keinen Druckausgleich
Vermutliche Ursache: Fehlender Druckausgleich
THERAPIE
Erste Hilfe: wird mit Ohrenstechen zum HNO Arzt geschickt
Weitere Therapie: Abschwellende Nasentropfen, Analgetika
Tauchmedizinische Diagnosen: Barotrauma bds (re TF-Perforation TEED re Stadium IV v. IV, li blutiger Paukenerguss III v. IV)
Unfallfolgen: Audiogramm m.g. Schallleitungsstörung li>re
Bemerkungen: Tauch- und Schwimmverbot für 4 Wo
Kommentar der ÖGUHM:
Apnoe- und Gerätetaucher wissen, dass beim Abtauchen ein Druckausgleich zu machen ist. Ein Nicht- Taucher/in, der/die das nicht weiß und nie gelernt hat und abtaucht, riskiert ein Barotrauma zu erleiden, wie im vorliegenden Fall.
Hinzu kommt, dass das Schwimmen mit einem Kostüm mit Monoflosse nicht so einfach ist und ebenfalls gelernt sein muss!
Eine weitere Gefahr, an die man beim Fotoshooting unter Wasser denken muss, ist, dass das Model keinesfalls sich in der Tiefe von einem Gerätetaucher Luft holen darf, um länger unter Wasser bleiben zu können, ohne genaue Instruktion, dass man beim Auftauchen ausatmen muss.
Es sind bei solchen Aktionen schon Lungenrisse mit arterieller Gasembolie (AGE) vorgekommen aus nur geringer Tiefe!
Da der Fotograf sehr wahrscheinlich ein Gerätetaucher war, hätte er dies wissen und das Model auch
entsprechend instruieren müssen. Er hätte zuerst Checkdives (ohne Monoflosse) mit Lernen des Druckausgleiches, dann mit Monoflosse und erst zum Schluss mit Gewichten machen dürfen.
Sollte dieses Foto-Shooting für gewerbliche Zwecke im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses gemacht worden sein, ist der Arbeitgeber sogar gesetzlich verpflichtet (ASCHG § 14), vorher eine genaue Unterweisung zu machen und sich zu vergewissern, dass die Arbeitnehmerin alle diese Vorgaben auch beherrscht.
Aber auch im privaten Bereich trägt in diesem Fall derjenige, der eine Tauchausbildung hat, die Verantwortung für andere, die das nicht haben.